eTandem – die endliche Geschichte, Teil II

Wir entschieden uns zu einer ersten Fahrt mit dem überarbeiteten eTandem über eine alte Bahntrasse, die uns von Leverkusen bis nach RS-Lennep führte. Der stete Anstieg ließ sich mit der Motorunterstützung gut bewältigen, allerdings wurde das Getriebegeräusch des 8fun-Motors stetig lauter. Und zu allem Überfluss zeigte sich auch ein Höhenschlag am Vorderrad. Nach rund 60 km Fahrtstrecke und einem Akkuwechsel kamen wir wieder am Ausgangspunkt unserer Bahntrassenfahrt an. Der Frust über den Motor und die schadhafte Reifendecke ließen mich gleich an den Hersteller eine E-Mail schreiben. Ich bat darum, dass man den Motor nochmals auswechseln möge und dabei auch gleich den Mantel auswechseln kann. Zur Erleichterung der Abwicklung war ich bereit das Vorderrad auszubauen und an den Hersteller zu senden, damit dieser die Arbeiten durchführen kann. Parallel zu dieser E-Mail kontaktierte ich aber auch den Lieferanten des Motors, der nachweislich ein ebike-Spezialist ist und zudem Umrüstungen anbietet. Ich schilderte das Problem und ich erhielt das Angebot, dass man, falls ich das Vorderrad direkt an sie senden würde, mir den Motor umbauen bzw. reparieren würde. Zur besseren Verdeutlichung des Problems schickte ich an den Lieferanten einen Link, über den er sich ein kurzes Video anschauen konnte, worauf das Getriebe-/Motorgeräusch zu hören war.

Zu meiner großen Überraschung und Verärgerung machte mich die Sachbearbeiterin des Lieferanten darauf aufmerksam, dass der im Tandem verbaute Motor nicht für das Gesamtgewicht des Tandems geeignet sei. Es handelt sich um einen 8fun-Motor für ein Solo-Fahrrad und auf gar keinen Fall für ein Tandem. Jeder neue Motor würde bald wieder die gleichen lauten Geräusche machen, da das Getriebe mit dem Gewicht überlastet ist und somit ein Folgeschaden vorprogrammiert sei. Meine Frage, ob man mir denn einen stärkeren Motor einbauen könne (ich wäre auch bereit den eventuellen Aufpreis zu bezahlen), wurde verneint, da die verbaute Vorderradgabel (Spinner Grind) nicht für einen stärkeren Motor zugelassen sei. Die beim Anfahren bzw. Beschleunigen auftretenden Kräfte könnten zum Bruch der Vorderradgabel führen. Sie hätten in einem Tandem niemals eine solche Vorderradgabel verbaut!

An dieser Stelle fragte ich mich dann, wie man ein eTandem bauen und mit einem Antrieb ausstatten kann, der gar nicht für den Tagesbetrieb geeignet ist. “Wer hat hier versucht wen zu betrügen?” lautet die Frage für mich. Ganz offensichtlich wurde uns ein Tandem verkauft, das in dem gelieferten Ausstattungszustand nicht für den Dauerbetrieb geeignet ist. Eine Auf- bzw. Umrüstung ist nicht möglich, da die Tandem- und Antriebskomponenten nicht aufeinander abgestimmt sind und so eigentlich niemals hätten verbaut werden dürfen. Unser Tandem war demnach nicht für den Straßenverkehr geeignet, da es eine Gefahr für Leib und Leben darstellte.

Jetzt war meine Geduld am Ende. Ich schrieb dem Hersteller/Händler einen Brief, in dem ich ihn aufforderte, das eTandem in einen Straßenverkehrstauglichen Zustand zu bringen, damit wir damit sicher und lange fahren können. Die Antwort lautete, dass wir ganz offensichtlich das eTandem nicht seiner Bestimmung entsprechend nutzen würden. Man versuchte uns dafür verantwortlich zu machen, dass der Motor zum wiederholten Male seinen Dienst versagte. Damit war für mich klar, dass dem Hersteller jedwede Kompetenz in Sachen elektromotorischer Unterstützung einen faltbaren Tandems abzusprechen ist.

Ich machte nunmehr von meinem Recht auf Rückabwicklung des Kaufes gebrauch und erwartete vom Hersteller ein entsprechendes Angebot, bevor ich wegen Betrugs einen Rechtsanwalt einschalten würde. “Abzüglich einer Nutzungsgebühr von 5 % des Neuwertes würde man das Tandem wieder zurücknehmen, vorausgesetzt es würde sich in einem neuwertigen Zustand befinden.” Ich nahm dieses Angebot an und lieferte das eTandem per Auto zurück nach Berlin, wo ich eigentlich eine Rückerstattung des Kaufpreises in bar vereinbart hatte. Der Hersteller/Händler hielt sich aber nicht an diese Absprache, ebenso wenig wie auch an den zugesagten Rücknahme-Kaufpreis für den Reserveakku, den ich ja nicht mehr nutzen konnte.

Der Schaden, der uns durch den Kauf des eTandems Butterfly entstanden ist, beläuft sich auf insgesamt etwa 1.000 € (seit der ersten Probefahrt vier Mal Berlin<->Köln: Reise- und Hotelkosten sowie Nutzungsgebühr und Verlust beim Verkauf des Reserveakkus). Wir könnten diesen Betrag zwar noch über eine Klage eintreiben, sind aber froh, dass wir diese Zitrone losgeworden sind, ohne noch lange unserem Geld hinterherlaufen zu müssen. Manchmal muss man eben Lehrgeld bezahlen und sollte die Gerichte nicht bemühen, obwohl ein solches Verhalten des Herstellers/Händlers inakzeptabel ist. Jeder der das hier liest sollte für sich selbst entscheiden, wie meine Aussagen zu interpretieren sind.

Also “back to the roots”: Wir haben uns dann zum Kauf eines neuen faltbaren Tandems (Twintraveller von Koga) entschieden, mit dem wir mittlerweile schon viele Kilometer zurückgelegt haben. Das Gefährt hat keinen Elektromotor, dafür aber 30 Gänge und wiegt nur 29 kg. Das Fahren damit macht viel Spaß und hat uns bereits für die vielen Probleme mit dem Butterfly entschädigt. Wie man auf den Fotos sehen kann, passt es auch in den Kofferraum unseres Prius, wobei noch immer Platz für Gepäck verbleibt. Die 28″-Räder sind zudem besser fahr- und lenkbar als die 20″-Räder des Butterfly, was sich in einigen Situation wie zum Beispiel auf Feldwegen und unbefestigtem Terrain bereits bewährt hat. Mittlerweile habe ich auch schon so viel Routine beim Ein- und Ausladen des Tandems erworben, dass es kein Problem mehr darstellt, das Gefährt ins Fahrzeug zu bekommen.

Advertisements

eTandem – die endliche Geschichte

Jetzt wird es aber Zeit, dass ich die Geschichte des eButterfly-Tandems zu Ende erzähle, denn leider hat diese kein gutes.

Wer immer meinen Blog über die Suche nach einem neuen Tandem verfolgt, hat festgestellt, dass ich von der Möglichkeit ziemlich beeindruckt war, ein faltbares Tandem mit elektromotorischer Unterstützung zu haben, das sowohl im PKW als auch ICE zu transportieren war. War ja auch super toll, aber …

Bereits in der ersten Woche unseres Urlaubs in Wales deuteten sich mit dem Elektroantrieb des Tandems schon einige Probleme an: Der Akku war leider ziemlich schnell leer und der Motor wurde von Kilometer zu Kilometer lauter. Zudem stellten wir fest, dass die Beleuchtung mit Abschalten des Akkus auch ausging. Dieser Umstand ist bei einer Nachtfahrt lebensgefährlich – sowohl für die beiden auf dem Rad als auch für andere Verkehrsteilnehmer, da man nicht mehr sieht und gesehen wird. Daraufhin untersuchte ich unser Gefährt etwas näher und musste feststellen, dass man uns nicht den in der Rechnung aufgelisteten 8fun-Motor eingebaut hatte, sondern ein No-Name-Produkt aus China. Zudem wurden die Scheibenbremsen blau, obwohl wir erst rund 200 km mit dem Tandem unterwegs gewesen sind. Und diese Strecke war nachweislich nicht sehr bergig, sodass die Bremsanlage durch zu starkes Bremsen eventuell hätte beschädigt sein können. Des Weiteren war das Licht nicht mit Nachleucht-Eigenschaften ausgestattet und die Bremsleitung vorne nicht lang genug, damit man den Lenker hätte höher einstellen können. Auch war eine falsche Vorderradgabel eingebaut, die nicht mit der Rechnung übereinstimmte. Ich entschied mich daraufhin, dem Berliner Händler nochmals einen Termin zur Nachbesserung anzubieten, damit wir endlich unser Tandem zu unserer Freude auch gemeinsam nutzen können.

Aus unserem Urlaub in Wales schrieb ich Anfang Juni (!) eine E-Mail an den Hersteller, der gleichzeitig auch der Händler ist. Darin listete ich explizit alle defekten und falsch gelieferten Teile auf, wies auf weitere Mängel hin und bot einen Termin im Juli an, an dem ich ins Geschäft nach Berlin kommen könnte. Ich erhielt eine Rückbestätigung, dass der vereinbarte Termin vom 11. Juli (Abgabe um 14 Uhr) bis 12. Juli (Abholung um 17 Uhr) in Ordnung gehe.

Noch am gleichen Tag kaufte ich bei der DB ein günstiges Bahnticket und buchte ein Hotelangebot, damit sich meine Kosten im Rahmen hielten. Allerdings war unser Fahrradurlaub in Wales alles andere als erquicklich, da wir das eTandem nicht wie geplant nutzen konnten.

Da die Motorgeräusche zunehmend lauter wurden, benutzten wir das Tandem bis zu dem Servicetermin in Berlin nicht mehr.

Am 11. Juli beim Händler angekommen, musste ich mir sagen lassen, dass der Termin nicht bestätigt worden sei und man keine Ersatzteile vorrätig habe. Ich sollte doch das Rad auf unbestimmte Zeit vor Ort lassen, damit man sich um alle Probleme kümmern könne. Ich intervenierte und erhielt dann die Aussage von einem der Geschäftsführer, dass man die Instandsetzung doch bis um 17 Uhr am 12. Juli schaffen werde.

Zuversichtlich und entspannt machte ich mich auf den Weg zurück in die Stadt, um am kommenden Tag das Tandem wieder in Empfang nehmen zu können.

Continue reading “eTandem – die endliche Geschichte”

Sightseeing and “Tea for Two”

Murray's in BarmouthRainy days are something that nobody needs, really! We did have the bad luck to experience plenty of rainy days while we visited Wales in June 2017. The question was: Do we walk into town or use our tandem to explore the tiny city Barmouth? We decided to use the car because of the water floating down the hills and flooding the main roads. After an extensive breakfast with fresh fruits, Muesli, yoghurt, nuts and card playing the clock reached almost 2pm. Time to get something for lunch or tea.

There are a couple of little cafés along High and Church Street but their offers vary a lot. Our first choice was Murray’s Café Bar on High St were we decided to have tea/coffee with some cake. A sign showed that all cakes are homemade and the smell of the fresh bakery as well as the coffee was breathtaking. A quick look on the menu and the counter showed that this was our place of desire: All offerings were very tempting. We chose a Persian Carrot Cake with Cinnamon – nothing we could withstand. The taste was … it’s hard to describe, but we had to have a second one of it. It would look like “stupid tourists who are out off control” therefore we shifted out desire to the upcoming day. Keeping in mind that this place is something to remember – always.

Although it was raining we went onto the beach and walked for a while. The air was clear and the rain washed away all of our thoughts. Absolutely “brain-washed”, we went back to our cottage to dress-up a little bit for our evening dinner at the Ty’r Graig Castle. This is a local hotel with an “open to non residents” restaurant. This place has a lot to tell: Owned by a gunmaker and built on a rock as a holiday home for himself and his wife (Ty’r Graig means house on the rock in Welsh) with a beautiful view of the sea.

Continue reading “Sightseeing and “Tea for Two””