5*-Wochenende im Parkhotel in Bremen

Parkhotel Bremen im Schnee

Es war einmal wieder soweit und ich habe mir Luxus gegönnt. Schon vor drei Jahren sollte diese Reise eigentlich stattfinden, wurde aber bei der ersten Buchung aufgrund einer dort angekündigten Abiturfeier von mir wieder abgesagt. Ich brauche diese Geräuschkulisse während eines Wellness-Wochenendes nicht mehr, denn ich gehöre zu der 50plus-Gruppe an Menschen, die das Reisen anders genießen möchten.

Also storniert und in das Jahr 2020 geschoben und damit aufgehoben. Leider war aber Corona-bedingt an eine Reise im Jahr 2020 nicht zu denken. Ich verschob das 5*-Wochenende also ins Jahr 2021. In der Hoffnung, dass uns alle die Pandemie dann nicht mehr so im Griff haben würde.

Nach vielen Telefonaten und der Durchsicht aller Angebote fiel meine Wahl schließlich erneut auf das Parkhotel Bremen, das ich schon einmal im Jahr 2010 besuchte und von meinem damaligen Aufenthalt noch in guter Erinnerung hatte. Mittlerweile reiht sich das Dorint-Hotel in die neu gegründete Hommage Luxury Hotels Collection ein, zu dem mittlerweile auch das Maison Messmerr in Baden-Baden gehört. Wie mir gesagt wurde, will man sich damit im oberen Segment der 5*-Hotels etablieren. Das Maison Messmer habe ich bereits in einem Beitrag aus dem Jahr 2019 beschrieben, sodass ich nachfolgend meine Erfahrungen im Parkhotel Bremen veröffentlichen muss, denn 5* sind nicht immer gleich.

Nachdem ich lange vorgeplant und recherchiert hatte, entschloss ich mich dieses 5*-Wochenende gemeinsam mit Freunden im Parkhotel in Bremen zu verbringen. Wir buchten zwei Junior-Suiten, bestellten einen Stellplatz in der Tiefgarage, reservierten einen Tisch für vier Personen im Restaurant und buchten zwei Massagen im Spa. Unsere Buchungsbestätigung erreichte mich umgehend und ich sicherte die Reservierungen dadurch, dass ich über einen besonderen Link zur Prüfung meiner Kreditkartendetails diese dort hinterlegte. Offensichtlich sichert sich das Unternehmen hier ab, um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, falls sich Pläne ändern und Gäste kurzfristig absagen, was zu Forderungen führen kann.

Anfang Dezember war es dann soweit. Unsere Anreise war entspannt und wir freuten uns alle auf die Zeit in Bremen, einer Hansestadt, die neben einem geöffneten Weihnachtsmarkt (2G-Regeln) unter anderem auch noch Schnoor, Böttcherstraße und Schlachte zu bieten hat.

Bei der Ankunft im Parkhotel mussten wir erfahren, dass man leider keinen Stellplatz anbieten könne, da zurzeit Renovierungsarbeiten durchgeführt würden, die noch nicht beendet sind. Ich muss sagen, dass ich darüber, dass man uns nicht im Vorfeld in Kenntnis gesetzt hat, enttäuscht war. Etwas zu bestätigen und anschließend ohne adäquaten Ersatz nicht anzubieten, ist nicht das, was ich bei einem 5*-Hotel erwarte. 👎

Während des Check-ins fragte ich nach, ob denn unsere Reservierung für das Restaurant, so wie mit der Reservierungsdame abgesprochen, bestehen würde. Das wurde bestätigt und wir freuten uns auf den gemeinsamen Genuss im Hotel-Restaurant am Abend.

Dir zugewiesene Junior Suite auf der zweiten Etage im Haupthaus bot Seeblick und war im asiatischen Stil eingerichtet. Beim Betreten stellte ich gleich eine positive Stimmung ein und man fühlte ich angekommen und irgendwie zuhause. Das geräumige Badezimmer – mit Badewanne und Dusche –wirkte neu ausgestattet und sehr komfortabel. Es stellte sich aber heraus, dass einige vermeidbare Mängel (rutschender WC-Sitz, fehlender Handtuchhalter am Waschtisch) vorhanden waren.

Nachdem der Koffer geleert und alles an „seinem Platz“ war, gingen wir in den Kuppelsaal zum Teetrinken. Beeindruckend hoch und Corona-konform eingerichtet, wurden wir an einer Vierer-Sitzgruppe platziert. Wir bestellten uns Assam-Tee und dazu jeweils ein Stückchen Kuchen aus dem reichhaltigen Angebot, das sich in der Raummitte befand.

Der einzige Kellner ließ etwas auf sich warten, bevor er unsere Bestellung (3x Assam-Tee mit jeweils zwei Teebeuteln, ein Wasser und drei Kuchenstücke) aufnahm. Zunächst brachte er uns nach etwa zehn Minuten den Tee. Das Wasser wurde erst nach Rückfrage an ihn und weiteren gefühlten zehn Minuten nachgeliefert. Nachdem wir etwa zehn weitere Minuten gewartet hatten, reklamierten wir unsere bestellten Kuchen, die uns im Anschluss an den Tisch gebracht wurde. Wir waren übereinstimmend der Meinung, dass ein Kellner für diesen großen Bereich einfach zu wenig Personal darstellte. Sehr überrascht waren wir aber, als uns die Rechnung präsentiert wurde: Es wurden jeweils zwei Kännchen Tee berechnet, da wir ja zwei Teebeutel pro Kännchen bestellt hätten. Auf unsere Intervention hin, bemühte sich der Kellner, diesen Umstand zu aufzuklären, bat uns aber doch, diese Rechnung erst einmal gegenzuzeichnen, da uns der „Fehlbetrag“ dann auf der Gesamtrechnung gutgeschrieben werden würde. Wir bestanden aber auf einer zeitnahen Klärung, die dann auch über den Frontdesk-Manager erfolgte. Es kam aber keine Entschuldigung, wieso man diesen doppelten Preis berechnet habe, sondern nur, dass man die Rechnung auf unseren Wunsch hin korrigierte. 👎👎
Wir hatten jedenfalls den Eindruck, dass dieser Kellner ungeschult bzw. neu im Geschäft war und nicht viel Fachwissen hatte.

Um 19 Uhr begaben wir uns dann ins Restaurant, um zu Abend zu essen. Von der Empfangsdame, die die 2G-Regeln kontrollierte, wurde uns gesagt, dass man seitens des Hotels nur einen Tisch für zwei Personen reserviert habe, obwohl ich eine Reservierungsbestätigung vorzeigen konnte. Sie lud uns ein, einen Aperitif in der Hotelbar auf Kosten des Hauses einzunehmen, da man zwischenzeitlich einen entsprechenden Tisch vorbereiten werde.

Nach zwanzig Minuten nahmen wir an unserem nun vorbereiteten Tisch Platz und wurden sehr zuvorkommend bedient. Auf unsere Frage nach einem Amarone Rotwein, wurde uns an adäquater Ersatz angeboten, da man den angefragten Wein nicht im Angebot habe. Dieser entpuppte sich als etwas geschmacklich sehr ansprechender Ersatz und erfüllte unsere Genussansprüche zu 100 Prozent. Die Speisekarte bot für jeden Geschmack etwas und wir entscheiden uns, sowohl für ein vegetarisches Angebot als auch Fleischgerichte und wurden nicht enttäuscht. Geschmacklich perfekt aufeinander abgestimmt, wurde ich als Vegetarier nicht enttäuscht sowie auch die Freunde zufriedengestellt. Unsere Freude über den Hochgenuss brachten wir auch zum Ausdruck und bedankten uns bei der Küche als auch beim Servicepersonal. 👍👍

Den Abend wollten wir in der Bar ausklingen lassen, mussten aber feststellen, dass diese Hotelbar kein Flair ausstrahlte. Unsere Enttäuschung über die „Bar“ war unermesslich groß, denn das Angebot war spärlich und entsprach in keiner Weise, dem eines 5* Hotels der Luxusklasse. Enttäuscht zogen wir uns auf unsere Zimmer zurück und freuten uns auf das Frühstück.

Nach einem erholsamen Schlaf in der sehr ruhigen Junior Suite, machten wir uns auf den Weg ins Restaurant, wo auch das Frühstück gereicht wurde, dass im Preis der Suite enthalten war. Uns wurde ein Tisch mit Blick auf den See im Orangerie/Wintergarten zugewiesen. Entspannt starteten wir in den Tag, versorgten uns selbst vom Buffet und genossen die besondere Atmosphäre dieses Ortes. Der Service am Platz war leider nicht sehr gut, da wir aber ausgeruht waren, zeigten wir Geduld und Verständnis für alles, was wir so erleben durften.

Die nachfolgende Zeit verbrachten wir in der Stadt und ich zeigte meinen Freunden, was es so alles in Bremen zu sehen gibt, da ich schon mehrfach in dieser Stadt zu Gast sein konnte. Nach dem Besuch des Weihnachtsmarktes, einer Besichtigung der Böttcherstraße und einem Rundgang über die Schlachte entschieden wir uns, an diesem Abend im Maritim Hotel zu speisen, das nur etwa 400 m vom Parkhotel entfernt ist. Da ich dort in der Vergangenheit auch schon Gast gewesen bin, konnte ich die dort geöffnete Bar sehr empfehlen. Allerdings habe ich dieses Hotel nicht für unsere Reise vorgeschlagen, da es bereits etwas in die Jahre gekommen ist und den Charme bereits vergangener Jahre ausstrahlt. Der Ausklang des Tages wurde mit diesem Barbesuch abgerundet und wir fielen alle, nachdem wir durch den frisch gefallenen Schnee zurück in unserem Hotel angekommen waren, ermattet ins Bett.

Am Sonntagmorgen wurde uns für unser Frühstück wieder der gleiche Tisch angeboten. Leider war der Service erneut nicht so, wie er für ein 5* Hotel zu erwarten gewesen wäre: Die bestellten Omeletts wurden entweder sehr spät oder trotz zweimaliger Nachbestellung gar nicht geliefert. Der Tee ließ ewig auf sich warten, usw. Eine Servicemitarbeiterin für diesen doch recht großen Bereich ist einfach zu wenig.👎👎

Als letzten Punkt bleibt noch anzumerken, dass der uns zugesandte Spa-Prospekt zwar ein schöner Teaser war, aber das, was letztendlich wirklich umgesetzt wurde, auch nicht dem entsprach, was wir von einem 5* Hotel Spa erwarten können. Die Massage für die beiden Damen wurde jeweils von einem Mann durchgeführt, der zudem auch offensichtlich noch nicht voll ausgebildet war. Man hätte sicherlich im Vorfeld die Damen darauf hinweisen sollen, dass es keine Frau sein wird, die diese Massage durchführen wird.

Ich habe dem Hotelmanagement meine Kritikpunkte mitgeteilt und die nachfolgende Nachricht erhalten:

Vielen Dank für Ihr Feedback. 
Wir haben Ihre Kommentare im Team ausführlich besprochen und sind sehr dankbar für Ihre Hinweise. Bei den Teebeuteln gehört es selbstverständlich nicht zum Konzept, dass ein Aufpreis berechnet wird, wenn der Gast einen stärkeren Tee bzw. zusätzliche Beutel wünscht. Auch wir hören dies zum ersten Mal.
Die Lomi-Lomi Massage bieten wir z.Zt. aufgrund unseres Hygienekonzeptes nicht an, da bei dieser Massageform ein wesentlich engerer Kontakt entsteht und wir dies zum Schutze unserer Gäste und Mitarbeiter vermeiden wollen. Sie haben im August unseren Spa-Prospekt erhalten. Aufgrund der allgemeinen Preissteigerungen haben wir die Preise im Oktober angepasst und leicht erhöht. Es tut mir sehr leid, dass es versäumt wurde, Ihre Frau darüber zu unterrichten, dass die Massage von einem männlichen Mitarbeiter durchgeführt wird. Die Massage wurde für 80 min. gebucht, bei dem Masseur handelt es sich eigentlich um einen erfahrenen Therapeuten. Wir werden dies genauer im Auge behalten.
Die Sanierungsmaßnahme in der Tiefgarage (Verlegung neuer Rohre)  wurden kurzfristig angesetzt, ist inzwischen aber abgeschlossen. Hier hätte vorab natürlich eine Information erfolgen müssen.
Auch war an dem Wochenende der Restaurantservice, aufgrund von kurzfristigen Krankmeldungen, nicht so besetzt wie er sein sollte.
Ich entschuldige mich aufrichtig, dass Sie diese Erfahrungen in unserem Hause machen mussten.
Wir würden uns freuen, wenn Sie dem Parkhotel Bremen noch einmal eine Chance geben, damit wir Sie von unserer herzlichen Gastfreundschaft überzeugen können. Über einen erneuten Besuch von Ihnen würden wir uns sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen
H. M. (Name liegt der Rede. vor)
Guest Relation Manager

E-Mail Schriftverkehr vom 16.12.21

Resümee: Mit etwas Abstand zurückblickend muss ich sagen, dass mir der Aufenthalt im Parkhotel in Bremen trotz allen Widrigkeiten gefallen hat. Vieles war dem Coronavirus geschuldet und konnte aufgrund von Personalmangel nicht zeitnah überbrückt werden. Sicherlich werde ich dem Hotel nochmals eine Chance geben und mich davon überzeugen lassen, dass die 5* gerechtfertigt sind. Niemand sollte sich auf alten Lorbeeren ausruhen, sondern seine eigenen Auszeichnungen erwerben. Und dazu gehört entsprechendes Servicepersonal und exzellente Angebote sowie Räumlichkeiten. Meine Bewertung lautet: drei 👍👍👍 und zwei✨✨.

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