Besuch des Apenheul Parks in Apeldoorn, NL

Apenheul – der Primatenpark
Orang-Utan
Orang-Utans sind beeindruckende Tiere

Corona, Pandemie und Risikogebiete – wir alle sind gefordert, dass wir uns entsprechend verhalten, wenn eine Reise geplant wird. Daher haben wir uns einmal wieder auf den Weg gemacht und ein Ziel gesucht, dass leicht zu erreichen ist. Etwa zwei Autoreise-Stunden von Köln entfernt, liegt kurz hinter der deutsch-holländischen Grenze die Stadt Apeldoorn, in der sich der Apenheul befindet. Ein Paradies für Primaten und uns Menschen, die wir uns für diese Tiergattung interessieren.

Bereits zum dritten Mal besuchen wir diesen Park-Zoo, der bei uns in der Vergangenheit immer wieder positive Eindrücke hinterlassen hat. Jetzt, in dieser besonderen durch Corona geprägten Zeit, wird es sicherlich etwas anders werden als in der Vergangenheit. Wir sind gespannt und kauften uns über den Webshop des Primatenparks zwei Tickets, die gekoppelt sind an ein Zeitfenster, das eingehalten werden muss. Von Land zu Land sind ja die Corona-Regeln anders, aber bei wieder steigenden Inzidenzwerten müssen wir uns alle gegenseitig schützen. Somit steht für uns fest, dass wir uns an die AHA- bzw. 3G-Regeln (geimpft, genesen, getestet) halten werden.

An einem Sonntagmorgen um 10 Uhr, mit einer leider nicht so guten Wetterprognose, machten wir uns auf den Weg in Richtung Niederlande. Aufgrund der heute zur Verfügung stehenden Navigationssysteme ist es einfach, das angepeilte Ziel zu erreichen. Die Adresse J.C. Wilslaan 21 in 7313 HK  Apeldoorn (NL) eingegeben und schon weiß der Fahrer, wann das Ziel in etwa erreicht sein wird.

Obwohl es ein Sonntag war, hielt sich der Verkehr in Grenzen und wie erreichten den Affenpark nach etwa zwei Stunden Fahrzeit. Wir waren froh, dass wir Navigationsgeführt unterwegs waren, denn das Ziel wurde erst kurz vor dem eigentlichen Park auf Verkehrszeichen angekündigt. Entgegen unseren Befürchtungen fanden wir auf dem angegliederten Parkplatz (Tagesticket 8,80 €) schnell einen freien Stellplatz.

Nach einem kurzen Spaziergang durch eine Grünanlage gelangten wir zum Eingang von Apenheul. Wer sich bereits im Vorfeld genauer auf der Webseite des Affenparks nach den Preisen erkundigt hatte, trug bereits seine Tickets bei sich und konnte zügig auf das Gelände gelangen. Alle anderen konnten am Schalter Eintrittskarten erwerben, die dann allerdings zum regulären Preis von 24,00 € für Personen ab 13 Jahre verkauft wurden. Mein Rat: Schaut im Vorfeld nach, welchen Rabatt ihr bekommen könnt und bucht eure Tickets online! In der Parkordnung war zu lesen, dass man einen affensicheren Rucksack mitbringen sollte, in dem alle Gegenstände, die nicht zwingend benötigt werden, zu verstauen sind. Leider werden zurzeit keine affensicheren Rücksäcke ausgeliehen, sodass man das zwingend beachten sollte.

Affensuchkarte bzw. Übersichtsplan des Parks

Direkt an der Zugangskontrolle erhält jeder Besucher einen Hinweisplan bzw. eine Affensuchkarte, die aufzeigt wie und wohin man sich im Park bewegen sollte. Der Weg durch den Park führt nur in eine Richtung (Einbahnstraßenregelung), die man auch zwingend beachten muss. Da sich leider auch Primaten mit Corona anstecken können, ist zu den freilaufenden und eingezäunten Tieren ein jeweiliger Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten. Das Personal ist angehalten, alle Besucher diesbezüglich anzuweisen und dieses zudem zu überwachen. Bereiche in denen zuvor Affen frei laufend zwischen den Besuchern zu finden waren, sind coronabedingt leider geschlossen worden. Wer zudem feste Fütterungszeiten erwartet, der hat wenig Glück. Um Menschenansammlungen zu verhindern, gibt es nur einen Hinweis auf die Zeiten bei den Gorillas. Man erlebt die Tiere dann lebendiger, was jedem Besucher, der eigene Fotos aufnehmen möchte, besonders gefällt.

Wir folgten den Nummerierungen 1 bis 28 und begaben auf uns auf die Erkundungstour durch den Apenheul Park-Zoo, beginnend mit den Totenkopfäffchen, die alle Besucher gleichermaßen in den Bann ziehen. An dieser Position laufen in Nicht-Corona-Zeiten die Affen frei herum, setzten sich unter anderem auf Griffe der Kinderwagen (Totenkopfäffchen) und kommen ganz nah an alle heran. Leider sind nur einige wenige Primaten freilaufend unterwegs. Es ist aber Abstand geboten und der sollte zwingend eingehalten werden. Wer sich hier bewegt, der sollte keine Angst vor Tieren haben und im Besonderen sich nicht vor Affen fürchten. Aber ich gehe davon aus, dass das jeder Besucher weiß und sich dementsprechend verhält.

Beeindruckend war, dass sich alle Besucher rücksichtsvoll verhielten: Jeder konnte schauen, bewundern und fotografieren, ohne dass irgendjemand daran Anstoß nahm oder ihm im Weg stand. Anders als bei uns in Deutschland, nimmt man Rücksicht aufeinander.

Der Weg führte uns weiter – vorbei an den Brüllaffen, einem Zwischenstopp bei den Bonobos und weiter zu den Lemuren, die – was für ein Glück für uns – gerade gefüttert wurden.

Bonobo mit Nachwuchs

Bei den Bonobos erhielt ich den Eindruck, dass sich diese Spezies in ihrem Gehege nicht besonders wohl fühlte. Vielleicht war es nur mein Eindruck, aber es zeigte sich keine Freude und keine Lebhaftigkeit bei den Tieren. Das war bei allen bis dahin beobachteten Affen anders gewesen und sei dem trüben Wetter geschuldet. Aber vielleicht täuschte ich mich ja auch selbst und meine Wahrnehmung entsprach nicht der Realität. Jedenfalls wollte ich mich hier nicht lange aufhalten und zog weiter zum Futterplatz der Gorillas.

So wie ich es bei einem Besuch vor drei Jahren gesehen hatte, war es heute leider nicht. Das Wetter hatte sich verschlechtert und fast alle Primaten zogen sich unter eine Überdachung bzw. in einen Unterschlupf zurück. Das Spektakel, bei dem Besucher auf einer Tribüne bei der Fütterung zusehen konnten, fiel leider buchstäblich ins Wasser. In meiner Erinnerung kamen damals viele Gorillas, die von einem Silberrücken angeführt wurden, zum Futterplatz. Gelassen und irgendwie majestätisch lief hier die Fütterung ab, die durch zahlreiche Erklärungen des Personals ergänzt wurde. Der neue Leitaffe der Gorillas wird zurzeit eingeführt, was einen Generationswechsel darstellt und behutsam abläuft, denn ein solcher Machtwechsel kann auch Probleme verursachen.

Futterplatz der Gorillas

Die Ruhe und Gelassenheit der Leitaffen, die bis zu 200 kg geballte Muskelmasse aufbringen können, verdeutlichte, mit welchem Respekt sie von allen anderen Tieren der Gruppe behandelt wurden. Ein gutes Beispiel dafür, was wir in unserer Gesellschaft vielleicht wieder (ver)ändern könnten.

Nachdem wir etwa die Hälfte des Parks gesehen hatten, zog es uns an einen der vielen Rastplätze mit Imbiss, wo man zu angemessenen Preisen etwas zu essen und zu trinken bekommt. Leider ist das Angebot auch hier der speziellen Zeit (Corona bedingt) angepasst. Allerdings zeigte es sich, wie gut durchdacht und organisiert der Park angelegt ist, damit jeder Besucher zufriedengestellt werden kann.

Orang-Utan

Gestärkt führte uns der Weg weiter zu den Orang-Utans, die sich leider nicht in der Sonne räkelten oder einfach nur Fellpflege machten, sondern sich alle ins Quartier im Haus zurückgezogen hatten. Einige der Tiere machten einen gelangweilten Eindruck.

Obwohl Orang-Utans von Natur aus sehr ruhige und kluge Tiere, sind, können sie lebhaft sein und die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich ziehen. Als große Primaten leben sie in Bäumen und bewegen sich langsam. Die Tierpfleger in Apenheul bieten ihnen zahlreiche ‘enrichments’ wie etwa Puzzles an: Essen wird dafür in speziell vorbereiteten Baumblöcken versteckt und dort müssen sie „das Essen mit Stöcken“ auffinden. Das ist nur ein Weg, wie die Orang-Utans stimuliert werden, aktiv zu bleiben.

Anhand eines Metermaßes konnte sich jeder Besucher mit der Armspannweite eines kleinen und eines ausgewachsenen Orang-Utans messen. Ich konnte es nur mit einem jungen Orang-Utan aufnehmen, denn meine Spannweite reichte nur bis 196 cm und ein ausgewachsener bringt es auf stolze 260 Zentimeter. Bei diesen Affen hatte ich das Gefühl, dass sie uns als Besucher stark beobachteten und sich gegebenenfalls auch abwendeten, wenn sie nicht fotografiert werden wollten. Ein sehr menschliches Verhalten, dass mich sehr nachdenklich stimmte, denn die Tiere befinden sich ja in Gefangenschaft und wir nicht.

Da es mittlerweile bereits nach 17 Uhr geworden war und der Park um 18 Uhr seine Tore wieder schließt, mussten wir den zweiten Teil des Parks leider etwas schneller durchlaufen. Vorbei an den Berberaffen – die leider nur mit Abstand zu sehen waren – und einen Blick auf die Klammeraffen werfend, strebten wir auf den Ausgang zu. Bevor wir aber den Park wieder verließen, führte der Weg an der zweiten Gorillainsel vorbei, auf der sich zwei Gorillas miteinander maßen: Kein Gewaltakt, aber Posing und laute Gebärden, die den anderen in seine Schranken weisen wollten. Das war sehr beeindruckend und eine guter Abschluss für unseren Besuch von Apenheul. Wir hätten noch weitere vier Stunden hier verbringen können, denn das, was wir erleben konnten, war sehr schön. Zumal der Park niemals einen überlaufenen Eindruck machte.

Rückblickend muss ich sagen, dass der Primatenpark über die verstrichenen Jahre seiner Existenz eine beeindruckende Entwicklung gemacht hat. Aus einer weitläufigen Prärielandschaft ist ein Wald- und Wildgehege geworden, dass alles bietet, von dem wir glauben, dass es sich der Primate so wünscht. Wenn ich das so plump ausdrücken darf. Was dieser sich aber genau erhofft, wird uns immer verschlossen bleiben. Ich denke, dass es die Freiheit sein wird, die ihm aber weiterhin verwehren wird, damit noch mehr Menschen sich diesen Ort anschauen können.

Wer mit offenen Augen durch den Park geht, der kann viel lernen. Die Anzeigetafeln erklären mehrsprachig Verhaltensweisen und Eigenarten, die man sonst mühsam in einem Lexikon oder „einem Wikipedia“ hätte nachschlagen müssen. Da man hier aber analog unterwegs ist, stellen diese Informationen eine perfekte Ergänzung dar. Man erfährt etwas über den Gründer und seine Beweggründe, die Qualität der Fürsorge für die Tiere und das Austauschprogramm mit anderen Tierparks, damit die Vielfalt der unterschiedlichen Arten erhalten bleibt.

Jetzt bleibt mir nur noch übrig, Ihnen meine Empfehlung auszusprechen: Der Affenpark Apenheul ist das perfekte Ausflugsziel für Familien und Paare und er ist wirklich eine Reise wert.

Hinweis: Alle Fotos habe ich bei meinem letzten Aufenthalt vor zwei Jahren im Park gemacht.