Kreditkarten-Missbrauch abgewendet

Der Schreck saß bei mir tief, als ich realisierte, dass ich in die Falle einer gefälschten Website getappt bin. Sieben Tage habe ich geschwitzt, ob ich den Schaden von mit habe abwenden können, denn alle von mir zeitnah eingeleiteten Schritte zur Abwehr, sah ich als verbindlich an. Ob sie allerdings auch zum Ziel führen würden, das lag bis heute in den Sternen.

Aber nochmals für alle zum Mitschreiben:
– Am 2.10. gegen 19:55 Uhr machte ich den Fehler und bestellte auf einer Website, die sehr professionell und eindeutig dem Unternehmen zugeordnet schien, Trainingsschuhe für einen um fast 50% reduzierten Preis.
– Um 20:00 Uhr bezahlte ich die Ware, die einen Handelswert einschließlich Versand von 78 EUR hatte.
– Etwa 20:05 Uhr erhielt ich von meinem Kreditkartenanbieter, der DKB im Auftrag von Lufthansa Miles & More Credit Karte die SMS-Nachricht, dass der Umsatz in Höhe von 82,48 EUR genehmigt sei.
– Da der Umsatz nicht meinem Kauf entsprach und es sich zudem um eine Währungsumrechnung von CNY auf EUR handelte, unterrichtete ich die Serviceabteilung des Kreditkartenunternehmens um 20:10 Uhr darüber. Man sagte mir, dass man diesen Umsatz erst nach erfolgter Abbuchung reklamieren bzw. zurückfordern könne. Vorsorglich sperrte ich meine Kreditkarte vorbeugend, um weiteren Abbuchungen entgegenzuwirken.
– In der iPhone-App der M&M Credit Card konnte ich umgehend sehen, dass die Karte gesperrt worden war.

Jetzt hieß es geduldig zu sein und zu warten. Mir ging aber nicht aus dem Kopf, dass es eventuell weitere Menschen geben würde, die auf diese gefälschte Website hereinfallen würden. Ich informierte noch am gleichen Tag den Trainingsschuh-Hersteller Brooks über die Falle, in die ich getappt war. Da ich keinen direkten Ansprechpartner dort hatte, benutzte ich die offizielle Kontakt-E-Mail-Adresse.

Parallel dazu erstattete ich eine Online-Anzeige bei der Abteilung Cybercrime des LKA in NRW. Bereits am Folgetag wurden von der Kriminalpolizei bei mir Belege angefordert, die als Beweisstücke für meine Anzeige benötigt werden. Alle meine Versuche, an die mir übermittelte E-Mail-Adresse diese Dateien zu übermitteln, schlugen leider fehl. Ich konnte meine Dateien zwar versenden und erhielt auch eine Kopie dieser verschickten Nachricht, aber beim Empfänger kam sie nicht an. Nach mehrfachem Telefonkontakt mit dem zuständigen Kriminalhauptkommissar kopierte ich alle Informationen auf einen USB-Stick und brachte ihn persönlich ins Polizeipräsidium, damit ich sicher war, dass alle Informationen dort auch ankommen.

Nachdem ich bis zum 6.10. seitens des Kreditkartenunternehmens weder eine Eingangsbestätigung meiner Missbrauchsmeldung noch eine Stornierung der Buchung erhalten hatte, suchte ich nach einem weiteren Kontaktweg, um diesen Missbrauch melden zu können. Über mein Online-Zugang zum Kartenkonto war es mir schließlich am 7.10.21 möglich, ein Formular auszufüllen, das ich anschließend zusammen mit allen Belegen an eine E-Mail-Kontaktstelle für Kartenreklamationen senden konnte. Umgehend erhielt ich eine Eingangsbestätigung, verbunden mit der Nachricht, dass man sich kümmern werde.

Zwischenzeitlich hatte ich auch Kontakt mit Brooks und die Mitarbeiterin bedankte sich bei mir dafür, dass ich Sie über diese gefälschte Website in Kenntnis gesetzt habe. Sie versprach mir, sich weiter „zu kümmern“, damit diese Website gemeldet werden würde, um zukünftigen Missbrauch zu verhindern. Als kleine Entschädigung für das Erlittene übermittelte sie mir einen Gutschein-Code, den ich auf der offiziellen Webseite von Brooks einlösen kann.

Heute, am 9.10.21 konnte ich sehen, dass man mir den Betrag von 82,48 EUR und die Währungsumrechnungs-Gebühren seitens der DKB meinem Kreditkartenkonto wieder gutgeschrieben hat. Ein großes Dankeschön an alle Beteiligten für diese schnelle Unterstützung und Hilfe. Mein Vertrauen in die Menschheit hat wieder an zugenommen.

Allen Menschen, die ähnliches erleben mussten – und viele haben sich bei mir geoutet, dass sie auch in solche Fallen schon einmal getappt seien –, rate ich: Informiert alle zuständigen Stellen und vergesst die Scham, die eventuell durch diesen „Fehler“ öffentlich wird. Uns Betroffenen kann und wird geholfen.