Auszeit am Bodensee

Flucht aus der Großstadt … mit dem Ziel: Bodensee!

Bodenseeblick von der Insel Mainau auf Meersburg
Bodenseeblick von der Insel Mainau auf Meersburg

Bereits mehrfach hat es uns dorthin verschlagen und wir waren immer wieder erstaunt, wie schnell die Zeit vergeht, wenn Entspannung mit Sehenswertem und Außergewöhnlichem gekoppelt wird. Sei es, dass man sich für Blumen auf der Insel Mainau, Tiere im Affenpark Salem, die Zeppelin- oder Autotechnik im RollsRoyce-Museum interessiert. All das und noch viel mehr kann man hier finden.

In Meersburg fanden wir eine wunderschöne Ferienwohnung, die sich im Alten Pfarrhaus ganz oben unter dem Dach befindet. Da diese Wohnung sehr begehrt ist, haben wir sie uns schon lange im Voraus gesichert – und zwar vor Corona! Ja, fast zwei Jahre vor unserem eigentlichen Urlaubstermin buchten wir unser Domizil, da wir wussten, was uns erwartete und wir davon überzeugt waren, dass es die richtige Wahl für unseren Urlaub ist. Kurze Weg zum Einkaufen, die Therme direkt vor der Tür und dazu auch noch direkt am Bodensee gelegen.

Bootsbetrieb auf dem Bodensee am Sonntag
Bodenseeblick vom Balkon

Da wir alle zwischen der Buchung und unserer Anreise einige Corona-Beschränkungen erleben mussten, waren wir bis zum letzten Moment noch nicht ganz sicher, ob wir auch anreisen und den Urlaub genießen konnten. Allen Widrigkeiten zum Trotz stellte sich aber nichts mehr gegen unsere geplante Reise. Das größte Hindernis war eigentlich nur der Reiseverkehr, der – zähflüssig und mit vielen Baustellen gespickt – der Grund dafür war, dass wir eine fast neunstündige Anreise hatten. Wir waren darauf vorbereitet, denn bereits in den Jahren zuvor war das Nadelöhr Stuttgart der größte Zeitfresser.

Unser „Koga TwinTraveller“ Falttandem lag im Kofferraum, das Reisegepäck war in der Dachbox verstaut und alle weiteren Reise- sowie Urlaubsutensilien füllten die noch vorhandenen Lücken in unserem Prius. Ein tolles Auto, das sich bereits seit elf Jahren und 176.000 km bewährt: Der Durchschnittsverbrauch liegt bei 4,9 l/100 km. Selbst bei einer Urlaubsreise, wo das Fahrzeug vollbeladen ist und man häufiger bremsen und wieder beschleunigen muss, steigt er nicht über 5,2 l/100 km an.

Das Reisen mit dem Zug macht zurzeit keinen Spaß: Wiederholt streiken die Lokführer der Deutschen Bahn, die Schutzmaßnahmen im Zug sind nicht ausreichend kontrolliert und die Zuverlässigkeit des Fahrplans lässt leider immer wieder zu Wünschen übrig. Daher diesmal die Autoanreise, auch wenn es nicht zwingend klimaneutral ist. Aber ein Hybrid ist immer besser als ein SUV mit Diesel- oder Benzinmotor oder auch diese neuen Pseudo-E-Fahrzeuge, die nur 150 km mit Elektroantrieb fahren, aber ansonsten PS-stark daherkommen und viel verbrauchen. Ebenso verhält es sich mit den Plug-in-Hybrid-Varianten, die nur bis zu 50 km elektrisch fahren können. Und das betrifft nicht nur Marken wie Audi, BMW, Mercedes Benz und Jaguar, um nur einige zu nennen.

Welcher Otto-Normalverbraucher kann sich schon ein Auto im Preissegment ab 50.000 EUR leisten?
(Copyright: BMW, Screenshot der Angebote auf der Webseite BMW.de)

Aber ich will hier nicht zu viel über Technik reden, sondern lieber über die Dinge, die man am Bodensee machen kann.

Besuch der Blumeninsel Mainau

Einen Tag planen wir immer wieder für einen Besuch der Blumeninsel Mainau ein. Das ist bereits seit vielen Jahren zu einer Art Tradition geworden und sollte auch diesmal unter Corona-bedingten Beschränkungen auch erfolgen. Die Überfahrt von Meersburg zur Insel Mainau machten wir mit der BSB und erwarben dafür auch gleich das erforderliche Tagesticket zusammen mit der Schiffsüberfahrt zum Komplettpreis von 33 EUR. Nach dreißigminütiger Überfahrt erreichten wir – mit Mundschutz – die Insel und konnten das Gartengelände – ohne lange Anstehen zu müssen – auch gleich betreten. Hinter dem Kassenbereich darf man im Freien die Maske abnehmen, in Gebäuden ist sie allerdings immer zu tragen.

Die Insel Mainau vom Fährschiff aus gesehen
Die Blumeninsel Mainau

Anders als in den Jahren zuvor, war das Angebot an Blumenarrangements nicht so üppig. Die Dahlienblüte ließ Wünsche offen, bot aber trotzdem dem Liebhaber viel Auswahl an neuen und bewährten Sorten. Einfach überwältigend ist die Farben- und Sortenvielfalt, sodass man sich gar nicht sattsehen kann. Einige Kunstinstallationen, die auf dem gesamten Gelände verstreut zu finden waren, boten zudem Abwechslung und lenkten die Aufmerksamkeit auf sich. Leider konnten wir dieses Mal nicht in das Schmetterlingshaus, da der aufgrund von Corona beschränkte Zugang, eine lange Warteschlange produzierte, in die wir uns nicht einreihen wollten, denn es wurde kein Mindestabstand gewährt. Schade, dass sich Menschen so verhalten, denn eigentlich möchte doch jeder geschützt sein und andere schützen! Oder sehe ich das falsch? Wir jedenfalls schützten uns und verzichteten lieber, obwohl der Besuch es wert gewesen wäre, sich anzustellen.

Unser Rundgang führte uns an Dahlienbeeten, Rosensträuchern und Wildblumenarrangements vorbei zum Weinberg, der sich direkt neben einer Wassergartenanlage befindet. Von hier waren es nur noch wenige Meter bis zum Schmetterlingshaus, dass unter normalen Bedingungen besucht werden sollte. Corona-bedingt haben wir aber davon Abstand genommen, denn die Warteschlange war eindeutig zu lang. Der Rundweg führte hier etwas ansteigend vorbei an Mammut- und Tulpenbäumen zum Schloss hin, das eine angeschlossene Kirche im barocken Stil hat. Direkt ans Schloss anschließend befindet sich das Palmenhaus mit dem angrenzenden Rosengarten. Dieser ist beeindruckend gut gepflegt und lädt zum Lustwandeln ein. Nicht nur das Auge wird hier entzückt von einer Blüte zur anderen geleitet, sondern auch die olfaktorische Wahrnehmung – der Geruchssinn – erfährt Außergewöhnliches: Düfte über Düfte, die es zu erkunden gilt.

Affenberg Salem und Pfahlbauten in Uhldingen

Beide Attraktivität befinden sich nur rund sechs Kilometer voneinander entfernt, sodass sich eine Verknüpfung zu einem Tagesausflug anbietet. Die Pfahlbauten, deren Museum sich in den letzten dreißig Jahren erstaunlich erweitert und umfassender gestaltet hat, sind eine Beispiel dafür, wie weit schon 3.000 Jahre v.Chr. die Siedlungstechnik fortgeschritten war. Mit einem Besuch kann das eigene Wissen darüber erweitert werden und nicht nur Kindern, sondern auch uns Erwachsenen eröffnen sich neue Sichtweisen. Umfassend wird dargestellt, wie die Menschen damals gebaut und gelebt haben.

Dass es sich bei diesen Pfahlbauten um erste „Reihenhaus“-Siedlungen handelte, wurde verständlich dargestellt.

Nach rund sechs Kilometern erreichten wir dann den Affenberg in Salem. Auf diesem Gelände wird den vom Aussterben bedrohten Berberaffen (noch etwa 8.000 weltweit) ein Lebensraum geboten, der eine natürliche Aufzucht erlaubt. Leider kann man zurzeit – wegen der möglichen Übertragung des Coronavirus auf die Affen – diese nicht wie in den Jahren zuvor mit Popkorn füttern. Trotzdem kommt man ihnen nahe und es ist einen Besuch wert. Man erhält umfassende Informationen über das Sozialverhalten der Tiere und deren natürlichen Lebensraum im Norden Afrikas. Sollte man Glück haben, kann man auch zahlreiche Störche im Eingangsbereich zum Affenberg-Gelände sehen. Auf dem Hofgebäude befinden sich zahlreiche Nester, die im Frühjahr und Sommer zum Brüten alle besetzt sind.

Lindau, Dornbirn (A) und Staad (CH)

Wer sich jetzt fragt, was ist und wo liegt denn Dornbirn, dem muss ich antworten, dass ich das bisher auch nicht gewusst habe. Erst als ich mich auf die Suche nach attraktiven Sehenswürdigkeiten machte, stieß ich auf das Rolls-Royce-Museum im österreichischen Dornbirn und das Hundertwasser-Architekturprojekt, die Markthalle Altenrhein in Staad in der Schweiz.

Wer den Bodensee besucht, muss sich auch die Insel Lindau ansehen. Hier findet man neben der Altstadt, die anschaulich ist und einem das Gefühl gibt, eine Zeitreise durchzuführen, auch den Hafen, der Schiffsverbindungen nach Bregenz, Friedrichshafen, Meersburg, Konstanz und anderen Städten am Bodensee bietet. Je nach Verweildauer können schnell einige Stunden dahingehen. Wer sich aber gerne die Zeit einteilt, sollte sich alsbald auf den Weg nach Dornbirn machen, um dem Rolls-Royce-Museum einen Besuch abzustatten.

Oben in den Bergen gelegen, eröffnet sich eine andere Welt: Für den Liebhaber von außergewöhnlichen Fahrzeugen ist hier alles zu finden. Auf drei Etagen stehen rund 70 RR-Fahrzeuge aus den unterschiedlichsten Zeitepochen, die alle liebevoll gepflegt und restauriert wurden. Nach Aussage des Museums-Eigentümers sind alle Fahrzeuge, die sich in der Ausstellung befinden, fahrbereit. Ein Rundgang durch das Museum kann schnell vier Stunden und mehr dauern und macht irgendwie süchtig auf mehr. Trotzdem beendeten wir unseren Besuch und machten uns auf den Weg nach Staad in der Schweiz, wo das Hundertwasser-Haus auf uns wartete.

Soweit die Impressionen vom Bodensee, die vielleicht den Einen oder Anderen zu einem Besuch angeregt hat. Wer mehr Informationen benötigt, kann mich gerne kontaktieren. Bleibt gesund und genießt den Spätsommer am Bodensee.

Ein kleiner Nachtrag: Heute sind wir mit dem Tandem von Meersburg vorbei an Birnau zur Landesgartenschau 2021 nach Überlingen gefahren, um dort zu recherchieren, ob sich ein Besuch lohnt. Leider war die Organisation unseres Besuches so schlecht durchgeführt worden, dass wir keine Tickets für den Besuch an der zugesagten Kasse vorfinden konnten. Zudem waren auch so viele Menschen auf dem Gelände und warteten vor dem Eingang, dass wir uns letztendlich aus Corona-Schutzgründen gegen einen Besuch entschieden. Unser Rundgang durch Überlingen war allerdings sehr erquicklich. Die Altstadt zog unser Interesse erneut auf sich, denn wir hatten diesem Ort bereits vor sieben Jahren schon einmal einen Besuch abgestattet.