Erfurt und die BuGa2021

Endlich war ich wieder unterwegs. Nach so vielen Monaten der Reiseabstinenz fand ich ein Ziel, das interessant ist und mir eine Stadt näherbringen wird, die ich beruflich bereits einige Male besucht habe.

Die BuGa2021 lockt bereits seit dem 23. April 2021 Besucher an. Jetzt wird sich manch einer fragen, wie lange denn noch? Geschlossen wird sie am 10. Oktober 2021 – also noch rund zwei Monate Zeit für einen Besuch.

Eigentlich hatte ich vor, mit dem Zug nach Erfurt in Thüringen zu reisen. Da ich aber mein Falt-Tandem mitnehmen wollte, entschied ich mich, zunächst mit einem Leihwagen von Sixt zu reisen. Gedacht getan: Ich buchte einen schicken Leihwagen der Luxusklasse von Sixt. Leider wurde dieser Genuss aber von Sixt durchkreuzt. Am Reisetag rief man mich seitens der Sixt-Verleihstation an, um mich davon zu unterrichten, dass das von mir gebuchte und reservierte Fahrzeug nicht zur Verfügung stehen würde. Ersatzweise wurde mir ein Klein-SUV angeboten, den ich aber ablehnte. Nicht dass jetzt jemand denkt, dass ich überheblich sei. Nein, ganz im Gegenteil – dann fahre ich doch lieber mit meinen Toyota Prius III, da ich dort auch das Tandem im Kofferraum transportieren kann.

Diesen Stress am Reisetag hätte ich nicht gebraucht. Trotz alledem kamen wir entspannt in Erfurt an und bezogen unser Zimmer im Dorint Hotel am Dom. Dieses Hotel ist zentral gelegen und bietet alles, was man sich wünscht. Erstaunt war ich darüber, dass das Hotel ausgebucht war. Auf Nachfrage sagte man mir, dass die DomStufen-Festspiele stattfinden und daher viele Opern-/Theaterfreunde in Erfurt seien.

Mein Ziel war aber die Buga, für die ich zwei Tage (2 Tage Ticket: 35 €) eingeplant hatte, denn sie ist auf zwei Standorte verteilt: den egapark und dem Petersberg. Zunächst fuhr ich mit dem Tandem bergaufwärts zum egapark, der zurzeit die Buga beherbergt. Im Eingangsbereich sind Park-/Gartenanlagen im Wildblumenwiesen-Charakter zu finden. Thematisch und farblich aufgebaut locken sie die Besucher an.

Der von mir geplante Rundgang führte mich vorbei an Dahlienbeeten, Rosenrabatten und Forsythien-Wandelgängen zum Danakil, einem Ausstellungsgebäude in dem – von der Wüste bis zum Regenwald – die dort vorhandene Flora und Fauna ausschnittsweise gezeigt wurde.

Unzählige, verschiedenartige Forsythien erfreuten die Besucher

Der japanische Fels- und Wassergarten war der letzte Punkt meines Rundgangs, da ich hier zur Ruhe kommen konnte und das bisher gesehene nochmals Revue passieren lassen konnte.

Nach etwa sechs Stunden im egapark machte ich mich etwas enttäuscht auf den Rückweg zum Hotel, um in der Altstadt von Erfurt zu Abend zu essen. Ich hatte mir mehr versprochen, denn in vielen Bereichen hätten die Gärtner Hand anlegen müssen, um Verblühtes herauszuschneiden bzw. die Anlagen wieder sehenswerter zu machen.

Von links oben im Uhrzeigersinn: Krämerbrücke, BuGa-Zugang Petersberg, Krämerbrücke (außen) und Marktplatz

Am zweiten Tag war der Zugang zur BuGa bedeutend einfacher, da es einen direkten Weg vom Hotel zum Petersberg-Gelände gab. Vorbei an Skulpturen und noch immer fleißigen Landschaftsgärtner erreichte ich das Ausstellungsgelände auf dem Petersberg, wo neben Gartengestaltung auch Kräutergärten und Spaß für jung und alt zu finden waren. Der Rundgang hier war erquicklich und interessanter als der durch den egapark.

Wer aber Erfurt besucht hat, ohne die Krämerbrücke gesehen zu haben, der hat wirklich etwas versäumt. Kleine Handwerksgeschäfte, Feinkosthandlungen, Kunstgewerbe und Dinge für das tägliche Leben kann man hier finden. Irgendwie wurde ich an die Ponte Vecchio in Florenz erinnert, obwohl sich hier nicht ein Juweliergeschäft ans Nächste anreiht. Die Altstadt von Erfurt ist sehr liebevoll restauriert und sehenswert.

Nordseite der Krämerbrücke, die die Gera überspannt und im 11. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt worden ist.

Mit dieser Reise nach Thüringen sind bei mir so viele Kindheitserinnerungen wieder aufgerufen worden, die bereits in Vergessenheit geraten waren. Sei es der Geruch von luftgetrockneter Dauerwurst oder „Stinkekäse“, so wie ich ihn in den Sechzigern bei der Großmutter in der Speisekammer auf dem Bauernhof wahrgenommen habe. Eine wunderschöne Zeitreise für mich, die ich jedem empfehle, der auch solche Erinnerungen hat.

Hier ein Link zu einem weiteren Beitrag zum gleichen Thema:
BuGa2021