Tofu-Filet-Stroganoff

Sicherlich hat jeder schon einmal den Namen Filet Stroganoff gehört. Dahinter verbirgt sich ein Fleischgericht, dass erstmals im Jahr 1871 in einem russischen Kochbuch von Helene von Molochowetz vorgestellt wurde. Es wurde als eine Art Ragout mit einer Senf-Schmand-Soße beschrieben.

Da ich seit nunmehr über dreißig Jahren bereits Vegetarier bin und meine Töchter weiterhin gerne Fleisch essen, war ich genötigt, mir beim Kochen etwas einfallen zu lassen. Damit sie nicht das Gefühl bekamen, dass ich sie zu etwas nötige, was sie nicht wollten, sie aber gleichzeitig weiterhin den Geschmack von Fleisch wahrnehmen würden, wurde ich kreativ. Ich überlegte mir, was ich zubereiten kann, ohne einen Geschmacksverlust erleiden zu müssen.

Ich experimentierte mit zahlreichen Zutaten und wurde schließlich fündig: Ein Filet Stroganoff, zubereitet aus Sojawürfeln, das eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Original hat.

Zunächst muss man die Sojawürfel, die man in jedem gut sortierten Lebensmittelgeschäft oder im Bioladen kaufen kann, etwa 20 Minuten in Gemüsebrühe (wenig gesalzen) einweichen. Die Restbrühe kann später zum „Auffüllen“ der Soße genutzt werden.

Die Pilze (bevorzugt Steinpilze, es können aber auch Champions sein) sollten in der Zwischenzeit geputzt und in Scheiben geschnitten sowie die Zwiebeln und Gewürzgurken gewürfelt werden. In Abhängigkeit von der Anzahl der Gäste, muss hier die Menge der Zutaten flexibel angepasst werden. Jede fertig vorbereitete Zutat füllt man in kleine Schüsseln, damit man diese beim eigentlichen Kochvorgang bequem zur Hand hat. Ebenso sollte man die Sahne bereits aus dem Kühlschrank genommen haben, damit sie später beim Verfeinern der Speise nicht gerinnt. Bei der Auswahl des zu verwendenden Senfs entscheidet letztendlich der eigene Geschmack, denn manch einer mag es eher etwas saurer und der andere etwas schärfer. Ich persönlich nutze beim Kochen den Basis-Dijonsenf, der sich für mich als perfekte Beigabe herausgestellt hat und von meinen Gästen als nicht zu dominant wahrgenommen wird.

In einer separaten Pfanne brate ich die Tofuwürfel, die ich zuvor eingeweicht, anschließend ausgedrückt und in Streifen geschnitten habe, scharf in ausgelassener Butter an. Hier ist es entscheidend, dass das Anbraten nicht zu scharf sein darf, denn dann werden die Streifen schnell hart. Der „Fleischersatz“ soll bissfest, aber nicht zäh sein. Die geschnittenen Pilze brate ich zusammen mit den Zwiebeln goldgelb an, damit sie noch „saftig“ bleiben.. Dazu gebe ich dann die Gurkenwürfel und schmore diese kurz mit. Nun gebe ich zum Abschmecken den Senf sowie den Rest der Gemüsebrühe hinzu, schwenke alles unter und lösche mit einem guten Schuß Cognac oder Weinbrand (ein halbes Glas) ab.

Zu guter Letzt gebe ich die Sofawürfel hinzu und rühre einen Becher Sahne unter. Damit die Sahne nicht gerinnt, darf das Gericht nicht nochmals aufkochen, sondern sollte gleich zusammen mit Reis und einem Feldsalat serviert werden.

Viel Erfolg bei der Zubereitung und guten Appetit!

Rezept für ein Tofu-Filet-Stroganoff ©Reinhard E. Wagner
Rezept für ein Tofu-Filet-Stroganoff ©Reinhard E. Wagner