Der Maler „Signac“

Hafeneinfahrt von La Rochelle (Paul Signac) ©Wallraf-Richartz-Museum
Hafeneinfahrt von La Rochelle (Paul Signac) ©Wallraf-Richartz-Museum

Meine Frau entführte mich heute in die Ausstellung Bon Voyage, Signac! ins Kölner Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud. Laut Ankündigung in der Tageszeitung waren Künstler der Pariser Schule des Neo-/Impressionismus und Pointillismus angesagt. Und ich, verhalten positiv eingestellt, machte mich auf eine Reise durch Frankreich gefasst. Bekannte Künstler wie Paul Gauguin, Henri de Toulouse-Lautrec und Gustave Loiseau sowie Claude Monet standen auf meiner Wunschliste, denn diese sagten mir bereits etwas. Wer aber waren Paul Signac oder Henry Moret?

Empfangen wurde ich auf der 3. Etage des Wallraf-Richartz-Museum mit dem Gemälde „Der Pont des Arts, 1912“ von Paul Signac (1863-1935), das die Fußgängerbrücke vom Quai du Louvre zum Quai de Conti darstellt. Meine Aufmerksamkeit war geweckt und ich wollte mehr von diesem Künstler sehen.

Die Ausstellungsräume repräsentierten jeweils bestimmte Regionen Frankreichs, in denen alle Künstler dieser Ausstellung insbesondere aber Signac kreativ gearbeitet haben. Signac’s Gemälde entführten mich von Paris/Île-de-France, über die Hauts-de-France, Normandie, Bretagne, Nouvelle-Aquitaine, Provence/Côte d’Azur bis nach Italien und in die Türkei, denn dort hat er unter anderm das Goldene Horn in Konstantinopel malerisch festgehalten und zahlreiche Skizzen angefertigt, die er später in seinem Atelier verfeinert und vollendet hat.

Etwa zwei Stunden dauerte mein Ausstellungsrundgang, der mich beeindruckte, denn die Kunstsammlung spiegelte genau das wider, was ich mir gewünscht hatte: Durch die Gemälde der Künstler in die Zeit des Ausklangs des 19. und den Übergang ins 20. Jahrhundert entführt zu werden. Zahlreiche Bilder zogen meine Blicke auf sich, aber nur einige wurden meine Favoriten. So beeindruckte mich ein Bild von Henri de Toulouse-Lautrec (Fischerboot, ca. 1880) und eins von Henri Matisse (Hof der alten Mühle) im Besonderen.

Fischerboot von Toulouse-Lautrec ©Wallraf-Richartz-Museum
Fischerboot von Toulouse-Lautrec ©Wallraf-Richartz-Museum

Meine Empfehlung als nicht gerade Kunstaffiner für die Ausstellung „Bon Voyage, Signac!“ im Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln lautet: Sehr empfehlenswert – und sollte spätestens bis zum 22. August 2021 besucht werden.

»La maison de Garde Barrière«. Das Haus des Bahnwärters. Provenienz: -Galerie Durand-Ruel et Cie., Paris. -Marie-Luise Dieck, Paris. -Rheinischer Privatbesitz. Didier Imbert hat die Echtheit des Gemäldes bestätigt. Vermutlich ist das Bild um 1898 gemalt worden.
»La maison de Garde Barrière« (Das Haus des Bahnwärters) von Gustave Loiseau – Vermutlich ist das Bild um 1898 gemalt worden. (Das Gemälde ist nicht in der Ausstellung zu sehen, wird aber von mir sehr geschätzt.)