Ommm …

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Zurücklehnen und „zulassen“ – das habe ich mir fest vorgenommen. Bei uns in Köln sagt man immer wieder gerne: „Et hätt noch immer jot jejaange.“ Das konnten wir auch während der EM mit Public Viewing feststellen. Der Inzidenzwert ging nicht wieder nach oben. Er liegt heute am 23. Juni 2021 bei 9,1!

Kölner Lebensweisheit
Kölner Lebensweisheit

Ob das so bleiben wird? Wir werden abwarten und sehen. Ich für meinen Teil muss mich entspannen, denn mir bereitet die permanente Sorge, wie es weitergehen wird, wirkliche Probleme: Ich sehe die Unvernunft anderer Mitbürger und will einschreiten, halte mich aber zurück, denn jeder ist in erster Linie für sich selbst verantwortlich. Im Rahmen dessen sollte auch die Mitverantwortung innerhalb der Gesellschaft nicht vergessen werden. Wer sich selbst schützt, bietet Gleiches auch für die Menschen, die ihn umgeben. Und damit sind wir dort angelangt, wo ich hinterfrage: Wieso setzt der Verstand aus, wenn ein kleiner Silberstreif am Horizont die Freiheit wieder erahnen lässt? Party, Party und nochmals Party – ungeachtet der möglichen Schwierigkeiten, die sich daraus ergeben könnten.

Ich bin keine Spaßbremse, sondern sehe mich umgeben von Ignoranten, die sich der Schwere dessen, was wir glauben in den Griff bekommen zu haben, gar nicht bewusst sind. Trage ich meine Nase-Mund-Maske während des Einkaufs und auf dem Rad, schaut man mich unverständlich an und verdreht die Augen. Ist es denn so schwer zu verstehen, dass ich das nicht nur zu meinem eigenen, sondern auch zum Schutz meiner Mitmenschen mache: Ich kann (Über-)Träger von Covid-19 und allen möglichen Mutanten sein, weiß es aber nicht, da ich keine Symptome zeige. Das macht mich aber zur Bedrohung für andere! Bitte, bitte … jeder der das hier liest, sollte sich selbst hinterfragen und umdenken.

Ommm – Entspannung und Meditation … ich will und ich muss! Es bringt mir nichts, mich nur ins stille Kämmerlein zu verkriechen. Die Einsamkeit macht einsam und hat man erst alles verloren, ist es schwer, dieses Verlorene wieder zurückzuholen. Das Alter macht aus uns „Alte, weiße Männer“. Das muss aber nicht zwingend bedeuten, dass wir nur alles besser wissen wollen. Nein, wir haben Erfahrung und möchten diese gerne weiterreichen. Das erfordert aber Menschen, die zuhören und lernen können und wollen. Wir haben den heutigen Wohlstand mit aufgebaut und schwer erarbeitet. Erst durch das Wissen der Generationen, die vor der Jugend von heute liegen, konnten wir erreichen, was wir heute haben und nutzen. Gedankenlos anzuwenden, was man als Gott gegeben ansieht, macht aus dem Anwender nicht gleich einen Allwissenden. Zu hinterfragen, wieso und weshalb es etwas gibt, das doch so leicht einzusetzen ist, baut Wissen auf.

Ohne zu hinterfragen, Halbwissen aus dem Internet abzurufen und weiter zu verbreiten, bedeutet nicht zwangsläufig, dass es ein Zeichen von Intelligenz ist: Denn man hat sich doch informiert! Es gibt zu viele Fallen, hinter denen sich Falschmeldungen und Fehlinformationen verbergen. Und das ist nicht erst seit Corona so.

Leider wird viel zu viel kopert und weiterverbreitet, das nicht gut recherchiert ist. Online-Medien nehmen sich das Recht heraus, von sich zu behaupten, dass sie aktuell und relevant seien. Leider musste ich aufgrund meiner beruflichen Erfahrung oftmals realisieren, dass sich Kollegen bei anderen an deren Informationen bedienen, die als „Wahrheiten“ überarbeiten und damit diese verdrehen und oftmals falsch darstellen. Vertrauen, Wahrheit, Wissen …

Ommmm … komme wieder runter, sage ich zu mir selbst. Echauffiere dich nicht, sondern versuche weiterhin sachlich zu bleiben und gut recherchierte Informationen aus vertrauenswürdigen Erstquellen zu verbreiten.