Corona hat sie dahingerafft

Jetzt ist genau das eingetreten, was wir alle befürchtet hatten: Im Seniorenheim meiner betreuten 97jährigen Tante ist Corona festgestellt worden. Zunächst hatte das zur Folge, dass alle BewohnerInnen in ihren Zimmer bleiben mussten und es keine gemeinsamen Essen im Speisesaal mehr gab. Jede Bewohnerin und jeder Bewohnen erhielt sein Essen somit auf sein Zimmer gebracht. Ein immenser Mehraufwand für das Personal, aber es wurde durch das Gesundheitsamt angeordnet und direkt umgesetzt.

Der erste Anschein ließ die Hoffnung aufkeimen, dass damit der Virus kontrolliert werden könnte. Ich schickte meiner Tante gleich ein 50er-Paket OP-Masken, damit sie sich gut abgrenzen konnte. Leider musste ich erfahren, dass sie die Notwendigkeit zum Tragen nicht als so dringlich erforderlich sah, wie es eigentlich war. „Das Personal trägt doch Schutzmasken und ist nur kurz in meinem Zimmer!“ Mein Hinweis, dass sie trotz allem doch bitte auch ihren Mund-Nasen-Schutz tragen solle, wurde weiterhin ignoriert. Auf meine Frage hin, ob sie denn die AHA-Regeln beachten würde, wenn das Pflegepersonal zu ihr kommt, um sie zu versorgen (an-/ausziehen, waschen, usw.), wurden auch verneint.

Nach zehn Tagen und mehrerer intensiver Schnelltests wurde dann aber die 97Jährige doch als Corona-Positiv-Getestete eingestuft. Ein Labortest bestätigte das Schnellverfahren und sie kam auf die Isolierstation in ein Einzelzimmer. Die Kommunikation mit ihr wurde immer schwieriger und ihr Allgemeinzustand verschlechterte sich von Tag zu Tag und Stunde zu Stunde. Mir waren die Hände gebunden, denn zu ihr zu reisen, um sie zu besuchen, war mir durch den Corona-Lockdown (Inzidenzwert über 150 an meinem Heimatort) verwehrt.

So musste die Tante nach fünf Tagen sehr einsam sterben. Zum Glück berichtete mir sowohl ihr Hausarzt als auch das Pflegepersonal, dass sie friedvoll und schmerzfrei gestorben sei.

Leider hat es zu dem für die Versorgung der Tante angestrengten Gerichtsverfahren gegen ihre Nichte und den Neffen, die sich zusammen 80 Morgen Land als Schenkung „unter den Nagel gerissen haben“, noch keine verbindlichen Aussagen gegeben. Beide leiblichen Verwandten haben mit der Zeit gespielt und glauben, nun gewonnen zu haben. Soll ich sie so davonkommen lassen? Muss ich alle Verfahren als ihr Bevollmächtigter beenden? Ich glaube, dass es im Sinne meiner Tante ist, wenn die Gerechtigkeit obsiegt und beide die seit 2018 ausstehende Leibrente noch bezahlen müssen. Zudem gibt es auch offene Pachterträge, die geschuldet werden. Auch hier stehen das Urteil des Landgerichtes in München und des Amtsgerichtes in Syke noch aus.

Ich werde darüber berichten, ob es Gerechtigkeit gibt.