Pandemie-Verhaltensweise

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(abgerufen unter Corona.koeln am 27.10.10)

Seit März 2020 sind wir gefangen und werden von Corona beherrscht. Zwar hatte sich die Lage im Sommer etwas entspannt, aber wir waren uns alle bewusst, dass es wieder Veränderungen geben würde.

Kölner Motto
(Künstler/Urheber unbekannt)

Jetzt ist Oktober 2020 und die Inzidenzwerte steigen in ganz Europa ins Unermeßliche: In Köln liegt der Wert heute, am 24.10.2020 bei 136,8 – Tendenz weiter steigend!

Da das Leben aber weiter gehen muss, wird versucht auch in diesen wirtschaftlich und gesundheitlich schweren Zeiten etwas Normalität aufkommen zu lassen. Was steht aber hinter dieser Normalität? Menschen haben Mut und eröffnen neue Restaurants! Geschehen am 16.10.20 in Köln-Sülz, wo ein Thai-Gourmet eröffnete. Darüber wurde auch im Kölner Stadtanzeiger berichtet und uns das Speiseangebot vorgestellt. Etwas müde vom ewigen selbst Kochen, machten wir uns auf, diesen Gourmet-Platz zu erkunden.

Beim Betreten des Restaurants, was sich aber eher als Luxus-Imbiss herausstellte, fand ich keine Gästeliste vor und das Desinfektionsangebot war etwas verwirrend: Leere Flaschen mit und ohne Desinfektionsmittel standen neben offenen, halb gefüllten und jeder konnte sich nach Belieben bedienen. Zwischen der engen Bestuhlung (Mindestabstand unter einem Meter) waren keine Schutzwände aufgestellt und das Küchenpersonal griff mit ungeschützten Fingern in die gekochten Nudeln, um einen Teller zu belegen.

Der Imbiss bot ein überschaubares Angebot an Speisen, die mit unterschiedlichen Zutaten zubereitet, bestellt werden konnten. Die Frage lautete: „To go oder im Haus?“ Ich bestellte mein Essen, um am Tisch zu speisen, wartete aber vergeblich auf die verpflichtende Gästeliste, um eventuelle Corona-Infektionen zurückverfolgen zu können. Das Essen wurde am Tisch serviert, den ich so ausgesucht hatte, dass es zum nächsten Gast mehr als zwei Meter Abstand gab. Nach dem Verzehr der geschmacklich gut abgestimmten Gerichte machten wir uns um 20:45 Uhr wieder auf den Heimweg. Während unseres Aufenthaltes fürchten wir aber unser eigenes Corona-Tagebuch, in das wir alle Aufenthaltsorte von uns mit verbindlichen Angaben zu Ort, Zeit und Anwesenden eintragen.

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(abgerufen auf Corona.koeln am 24.10.20)

Am nächsten Morgen rief ich beim Ordnungsdienst der Stadt Köln an, um auf den fehlenden Gästenachweis und die nicht coronabedingten Schutzmaßnahmen hinzuweisen. Der Mitarbeiter des Ordnungsamtes sagte, dass er nichts unternehmen werde, da es sich ja um eine Meldung handelt, die am zurückliegenden Abend festgestellt worden sei. Ich solle wieder anrufen, wenn ich wieder im Lokal sei und dieser gemeldete Sachverhalt noch immer beanstandet werden könne. Mein Hinweis, dass man um 21 Uhr bei der Stadt Köln nur schwerlich jemand erreichen könne, wurde nicht widerlegt.

Verärgert über das Verhalten des Mitarbeiters schrieb ich einen Brief an die Bürgerbeschwerdestelle und in CC an die Oberbürgermeisterin der Stadt Köln und leitete diesen Brief zudem an die Lokalredaktion des KStA weiter, damit man dort vielleicht diesen Hinweis für eine erweiterte Berichterstattung aufnehmen soll(t)e.

Seitens der Stadt Köln, in der der Inzidenzwert bei 136,8 liegt (am 24.10.20), habe ich bis heute nichts zurück gehört, obwohl die Allgemeinverfügung der aktuell gültigen Coronaschutzverordnung am 20.10.2020 veröffentlicht wurde (siehe unter anderem §1, Nr. 2 b).

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(Künstler/Urheber unbekannt)

Wir Journalisten müssen aufdecken und informieren. Daher betrachte ich meine Verhaltensweise nicht als Denunziation sondern als Hinweis darauf, dass man mit mehr Kontrolle auch mehr Sicherheit für alle bieten kann und sollte.

2 Gedanken zu “Pandemie-Verhaltensweise

  1. Boah… Das ist alles so übel. Der nächste Lockdown dürfte bald kommen, weil sich viele nicht oder unzureichend an die Schutzmaßnahmen halten. Einen gesunden Mittelweg zwischen Panik und absoluter Ignoranz gehen wenige. Bleibt gesund 🍀

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