Achterbahnfahrt …

Wer möchte im Alter von fast 97 Jahren noch emotionale Achterbahn fahren?

Vielleicht verfolgt jemand die Odyssee der fast 97jährigen Dame, die zurzeit versucht, ihre notariell zugesicherte Leibrente von ihrer Nichte und ihrem Neffen zu erhalten. Bereits seit September 2019 zieht sich diese Einforderung nun schon hin und sowohl die Gerichte als auch die Schuldner scheren sich einen Dreck darum, dass die Lebenszeit der Dame sich langsam dem Ende zuneigt.

Aber vielleicht ist das ja auch Programm: So lange hinauszuzögern, dass die Schuldner nicht mehr zahlen müssen, da die Seniorenheim-Bewohnerin zwischenzeitlich verstorben ist. Ich zitiere in diesem Zusammenhang einmal einen O-Ton der Nichte, die zu den vorgetragenen Einforderungen nur lapidar meinte: „Wieso soll ich zahlen. Soll sie doch Sozialhilfe beantragen, denn der Staat wird das bei Bedürftigkeit schon leisten.“

Was denkt sich diese Frau dabei, wenn sie ihre Schuld auf die Schultern der Allgemeinheit verschieben will? Ich sage nur: Unverschämtheit!!! Das ist nicht duldbar!

Zwischenzeitlich liegt seitens des Amtsgerichts die Zusage der Prozesskostenhilfe für Forderungen gegen die Nichte vor. Leider fehlt dies Zusage seitens des Landgerichts aber noch, da der Beschuldigte Neffe diese PKH vom Landgericht zurückweisen lässt. Diese Zurückweisung ist mit Lügen gespickt und sowohl menschlich als auch moralisch als verwerflich zu betrachten.

Die beiden gegnerischen Parteien versuchen ganz offensichtlich die gerichtliche Entscheidung so lange hinauszuzögern, dass es die Empfängerin der Leistungen aus dem Notarvertrag nicht mehr erleben wird. So sieht es leider auch die betroffene, alte Dame, die jetzt im November 2020 ihren 97. Geburtstag feiern wird. Sie ist verzweifelt, da sie ab dem 1. November „Hilfe zur Pflege“ erhält und damit als arm gilt. Über 80 Morgen Land zu Lebzeiten in dem Glauben zu verschenken, dass Familie durch nichts und niemanden erschüttert werden kann, ist blauäugig. Das geschilderte Verfahren aus Mahnbescheid, PKH und Klage für die alte Dame eine Achterbahnfahrt an Gefühlen gespickt von menschlicher Enttäuschung und Verzweiflung über die Raffgier von Blutsverwandten.

Ich möchte hier empfehlen, sich vor einer Schenkung über die damit verbundenen Verpflichtungen umfangreich aufklären zu lassen und sich mehrfach zu überlegen, ob es die richtige Lösung darstellt, sich von mündlichen Erklärungen der Schuldner belügen bzw. beschwichtigen zu lassen. Nur was belegbar ist, kann auch eingefordert werden. Daher schütze man sich doppelt, wenn man alles schriftlich und von Zeugen unterschrieben belegen kann.

Über die nächste Stufe der Gemeinheiten werde ich hier wieder berichten.