Reise in den “Wilden Osten”

Grenzverlauf zur DDR
Reiseroute durch Thüringen und Sachsen

Meinen Kindheitserinnerungen folgend reiste ich über Bebra, Gerstungen, Herleshausen und Eisenach nach Friedrichroda-Finsterbergen am Rennsteig, um dann von dort über Erfurt, Gera und Zeitz nach Hohenmölsen zu kommen, da ich in den 60er-Jahren des letzten Jahrhunderts jedes Jahr meine Sommerferien auf dem Bauernhof meiner Großeltern in Jaucha (Hohenmölsen) verbringen musste.

Mit meinem vollgetankten Toyota Prius reiste ich über die A4 in Richtung Thüringen, wo ich nach 340 km in Gerstungen zunächst Station machte. Der Ort, der damals Grenzübergang war, ist mir noch sehr gut in Erinnerung, denn dort musste man oftmals bis zu vier Stunden auf die Grenzabfertigung zur Einreise in die ehemalige DDR warten.

Gerstungen zeigt von diesen Schrecken nichts mehr. Der Ort ist teilweise schön restauriert und in einen Zustand versetzt worden, der ein Besichtigung lohnt. Das Schloss mit seinem Museum und der Alten Schmiede lädt zum Verweilen ein.

Man glaubt gar nicht, wie sehr sich das Gesicht der alten Landschaft verändert hat. Die Luft ist rein, die Wälder grün und das Wasser von den Altlasten befreit. Eine Freude zu sehen und es machte mich glücklich.

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Weiter führt mich meine Fahrt über Landstraßen nach Eisenach und Friedrichroda, wo ich im Ortsteil Finsterbergen in einem in die Jahre gekommenen alten DDR-Hotel übernachtete.

Erfurt
Auf dem “Anger” in der Altstadt von Erfurt

Am nächsten Tag führte mich mein Weg nach Erfurt. Auch hier war ich sehr angenehm überrascht, dass sich das Stadtbild restauriert und modernisiert zeigte. Unschön ist aber immer wieder, dass man es zulässt, dass an historischen Gebäuden Reklameschilder angebracht werden. Hier könnte besondere Rücksicht auf den Erhalt von Kulturgut gelegt werden.

Erfurt
“Anger”/Ecke Keilhauergasse

Weiter ging es nach Rehmsdorf, einem kleinen Dorf, dass ehemals zu Zeitz gehörte, jetzt aber zu Elsteraue eingemeindet ist. Rehmsdorf ist ein Ortsteil der Gemeinde Elsteraue im Osten des Burgenlandkreises. Der Ort liegt südöstlich von Halle/Saale (ca. 77 km) zwischen Zeitz (ca. 9 km) und Altenburg (ca. 21 km). Auch hier hat sich viel verändert, da ein Großteil der alten Bevölkerung mittlerweile nicht mehr vorhanden ist und die Häuser fast alle modernisiert wurden. Ein schöner Anblick ist das ehemalige Rittergut Rehmsdorf. Man findet aber auch immer wieder einen Hof, bei dem die Besitzverhältnisse nicht geklärt sind und der dem Verfall preisgegeben ist.

Über Zeitz führte mich anschließend meine Fahrt nach Hohenmölsen. Dort war mein Ziel der kleine Stadtteil Jaucha, wo ich als Kind jedes Jahr meine Ferien verbracht habe. Hier besuchte ich einen Freund, mit dem ich genau dort wieder anknüpfen konnte, wo wir von 40 Jahren aufgehört hatten: Alle Gespräche drehten sich um die Kindheit und unsere Erinnerungen, die wir an den damals und heute wieder besuchten Orten auffrischen konnten.

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Hier war die Veränderung am größten, denn viele der ehemaligen alten Bauerngehöfte sind bereits abgerissen und durch neue Eigenheime ersetzt worden. Der ehemalige Braunkohlentagebau ist renaturiert, sodass sich dort neben einem wunderschönen Naturschutzgebiet, das sich für Vogelkundler anbietet, auch ein Naturbadesee (Mondsee) befindet.

Nach vier Tagen zog es mich wieder zurück in das Rheinland, wo ich nach rund 1150 km und einem Durchschnittsverbrauch von 4,3 l/100 km wieder gut ankam. Alle reden vom Durchschnittsverbrauch der Kraftfahrzeuge und deren Schadstoffausstoß: Den von meinem Prius habe ich bereits im Januar 2010 bei Toyota bemängelt. Genutzt hat es aber nichts, da das KBA und die EU-Norm Abweichungen aufgrund der Messmethoden zulassen. Darauf beruft man sich beim Hersteller und bessert nicht nach. Ich habe bereits über 100.000 km mit dem Fahrzeug zurückgelegt und kann es als zuverlässig deklarieren.

Es war bestimmt nicht das letzte Mal, dass ich in den Wilden Osten gereist bin. Der Ostteil unserer Republik ist wunderschön und wie eine große Parklandschaft lädt er immer wieder zu einem Besuch ein.

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