Irland


Die Reise startet gegen Mittag von Köln aus in Richtung Frankfurt, von wo aus Airlingus den Zielflughafen Dublin am frühen Nachmittag erreichte. Mit einem Leihwagen von Hertz ging es zunächst die halbe Strecke in Richtung Westen zum Fernziel Westport. In einem B&B-Quartier wurde die erste Nacht verbracht. B&B ist nicht gerade billig, aber die einzige Alternative, da Hotels unerschwinglich sind.

Am nächsten Tag ging die Reise weiter in den County Mayo, wo in Westport für eine Woche Quartier bezogen wurde, da man von dort ziemlich zentral den nordwestlichen Teil Irlands erkunden kann.

Was man jeden Tag unternehmen wollte/konnte, bestimmte das Wetter, von dem im Vorfeld schon viel Unangenehmes und Außergewöhnliches gehört worden war. Aber – allen Unkenrufen zum Trotz – überraschte jeder Tag auf’s Neue mit gutem Wetter. Nur an fünf Tagen wurde die Reise durch etwas Regen getrübt, aber niemals mit einem ganzen Regentag.

Die ersten Ausflüge führten nach Achill-Islands

Achill III
Achill Islands

und in die Moorlandschaft der Mid-Lands, wo Heide gemischt mit gelber und roter Erika überraschte. In Céide Fields gab es einen Einblick in die Zeit vor viertausend Jahren. Die Ausstellung zeigte die erste Ansiedlung in Europe, die aus mehr als hundert Familien bestand. Erstaunlich ist, das seit dieser Zeit Torf in Irland abgebaut wird, der aber immer wieder „nachwächst“, was ja bei uns in Deutschland nicht der Fall ist. Der Besuchstag war düster und neblig, und die Stimmung entsprechend „gespenstisch“.

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Chide Fields mit Ausstellung

Die steil abfallenden Klippen waren überwältigend und erinnerten sehr an Bedruthen Steps in Cornwall. Viele gehörte Geschichten führten an immer andere Orte und brachte Irland dem Reisenden immer näher. Das Autofahren auf den engen irischen Straßen war schon ein Abenteuer für sich und machte auch irgendwie großen Spaß, obwohl einem auch manchmal das Herz stehen blieb, da es „knapp“ wurde. Die Außenspiegel des Leihwagens blieben aber immer dran und es kann gesagt werden, dass am ohne Schaden Irlands Straßen erobert/überstanden hat.

An manchen Orten blieb uns aber die Spucke weg und wir trauten uns nicht bis an den Rand des Plateaus zu gehen, da uns der Untergrund nicht sicher genug erschien. „Breathtaking“ waren auch die Blowholes,

Blowhole
Blowhole – hat eine unterirdische Verbindung zum Meer und wird von den Gezeiten “beatmet”

deren Zufluss sich vom Meer her unter dem Plateau hindurchgefressen hatte. Als Resultat solcher Naturgewalten bilden sich mitunter „kleine, massiv abtrünnige Gebilde“, die an Helgoland erinnern.

Die Reise führte weiter nach Galway – um genau zu sein an den Loch Corrib, wobei Loch für See steht. Vieles wird in Irland noch in der ursprünglichen Landessprache geschrieben und man weiß manchmal nicht, wie man es aussprechen soll. Connemara war jetzt bei mehreren Touren das gewählte Ziel. Die Landschaft war hier wiederum ganz anders, erinnerte manchmal an Skandinavien und empfing den Reisenden mit viel Sonnenschein. Jeder Tag war einfach ein Genuß, da die Luft einmalig rein war. Man schaute aus dem Fenster und sah keinen hässlichen, gelbbraunen Smogrand am Himmel. Jeden Tag fühlte man sich ausgeruhter und entspannter, obwohl man doch sehr viel unternahm und reiste.

Alte Schlösser standen nicht auf dem Besuchsprogramm, aber beeindruckende Gebäude zogen die Aufmerksamkeit an. So auch Kylemore Abbey, die manch einem von Fotos her bekannt vorkommen mag. Beeindruckend ist, dass die Nonnen hier ein Wiederaufforstungs-Programm betreiben, dass Irland wieder mehr Mischwald bringen soll. Erste Resultate sind nach achtzig Jahren Aktivität auch schon zu erkennen. Die Abbey liegt in einem herrlichen Waldgelände und ist von außen beeindruckend. Besichtigen konnte man allerdings nur einen kleinen Teil des Innenlebens, da laufender Internatsbetrieb etwas anderes nicht zuließ.

Kylemore Abbey III

In Richtung Südwesten lagen die Cliffs of Moher und eine Tropfsteinhöhle, die das Interesse anzogen. Beide Orte waren überwältigend. Zum einen durch die monumentale Erscheinung und zum anderen durch die Unvernunft von Besuchern. Nicht nur dass der Anblick dieser Unvernünftigen, die sich an den Rand der Klippen bewegten, mir ein „Kribbeln zwischen den Beinen“ entstehen ließ, es verursachte einfach nur Angst.Moher IIMoher

Den Abend lässt man lieber mit einem Pint of Cider abends im Pub und mit Live-Musik ausklingen. Entgegen allen Ankündigungen musste man aber erkennen, dass die Iren nicht etwa zu normaler Abendzeit musizieren, sondern erst ab 10:00 Uhr abends aktiv werden. Um ehrlich zu sein, brachten Musik-CDs mit Kneipenmusik die irische Musik näher als ein erlebter Musikabend, obwohl er nicht schlecht war, aber leider zu touristisch aufgezogen. „Man versteht halt sein Fachgebiet“: Irland lebt vom Tourismus und „zockt die Besucher entsprechen ab“.

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